Leitbild
Die Tragende Gemeinschaft ist eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung seelenpflegebedürftiger Menschen.
Unter Lebensgemeinschaft verstehen wir zunächst die Gemeinschaft der Betreuten, an der die Mitarbeiter in unterschiedlicher Weise Anteil haben. Sie ist zugleich Arbeitsgemeinschaft für die dort lebenden Menschen wie auch ihre Betreuer und alle anderen Beschäftigten.
Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Betreuten ein sicheres Zuhause zu geben, ihre Gesundheit zu erhalten und zu fördern und ihnen eine Bleibemöglichkeit auch im Alter zu schaffen.
Im Mittelpunkt unserer Einrichtung stehen die Menschen, die wir betreuen, die uns trotz ihrer gegebenen Abhängigkeit in sehr individueller Weise zeigen, dass Treue, Herzlichkeit und echtes Interesse die tragenden Pfeiler unserer Gemeinschaft sein sollen.
Grundlage unserer Aktivitäten ist eine vom Menschenbild der Anthroposophie Rudolf Steiners geprägte Heilpädagogik. Diese geht vom gesunden geistigen Wesenskern der Persönlichkeit aus und versucht, durch individuelle Hilfen die Persönlichkeits- und Fähigkeitenentwicklung behinderter Menschen zu fördern. In der praktischen Arbeit können wir erleben, dass durch jede Behinderung dieser eigentliche Wesenskern des Menschen hindurchleuchtet.
Wir verstehen dabei Anthroposophie als ein Bemühen um Erkenntnis, in das wir die Auseinandersetzung mit dem Wesen des Christentum und der religiösen Frage überhaupt, die Frage nach der Kunst, die ökologische Frage und die Frage der Dreigliederung des Sozialen Organismus einbeziehen.
Wir verstehen unsere Arbeit mit Betreuten als einen ganzheitlichen Prozess, der Leben und Arbeit verbindet.
Wir gestalten daher in unserer Gemeinschaft differenzierte Lebenszusammenhänge in denen sich unsere Betreuten zu Hause fühlen, soziale Einbindung erfahren und geistige, körperliche und seelische Anregung erhalten.
- indem wir geeignete Wohnformen entwickeln, die sowohl den individuellen Bedürfnissen der Betreuten als auch den gemeinschaftlichen Anforderungen gerecht werden
- indem wir unsere Betreuten bei sozialen Konflikten begleiten, und Toleranz und Verständnis fördern.
- durch die Gestaltung von Freizeit-Angeboten.
- durch Bildungs-Epochen für Betreute, in denen die allgemeinen Kulturtechniken, Menschen- und Naturkunde und Heimatkunde vermittelt werden sollen.
- durch künstlerische und musische Aktivitäten.
- durch die Anregung sportlicher Aktivitäten.
- durch künstlerisch-ästhetische Umfeld-Gestaltung
- durch Geselligkeit.
Wir gestalten in unserer Gemeinschaft differenzierte Arbeitszusammenhänge, die sinnvolle Arbeit für alle zu betreuenden Menschen ermöglicht, und ihnen erlaubt ihre Tätigkeit als eigenen, erlernter Beruf zu erleben
durch die Vielfalt der Arbeitsmöglichkeiten in unseren Werkstätten.
indem wir handwerkliche und künstlerische Tätigkeiten in Tischlerei, Weberei, Gärtnerei, Hauswirtschaft, und Atelier-Werkstatt ausüben.
indem wir offen sind für die Neukonzeption von (zusätzlichen) Arbeitsbereichen.
indem wir die Fähigkeiten jedes Betreuten in den Arbeitsalltag der Werkstätten einbinden.
durch eine Erkundungs-Phase die es erlaubt, den bestgeeigneten Arbeitsplatz für jeden Betreuten zu (er)finden.
durch das Erstellen von Förderplänen für jeden Betreuten.
- indem wir schwer in den Arbeitsprozess zu integrierende Betreute zusätzlich fördern.
Dabei möchten wir für alle Mitarbeiter der Tragenden Gemeinschaft Arbeit so organisieren und gestalten, dass darin mehr als nur Einkommenserwerb gesehen werden kann
durch das stetige Bemühen die Kompetenzen einzelner Mitarbeiter zu erkennen, zu achten und zu fördern.
indem wir unsere eigene Kompetenzen erkennen, einbringen und zu erweitern suchen.
indem wir die Tragende Gemeinschaft als Ort vielfältiger menschlicher Begegnung verstehen.