Das ist ja wie ein kleines Dorf!



„Das ist ja wie ein kleines Dorf! oder „Hier könnte ich mir auch vorstellen zu leben!", sind Aussagen von Besuchern oder Eltern, die einen Lebensort für ihre erwachsene Tochter oder ihren erwachsenen Sohn suchen. Die dorfähnliche Anlage der Tragenden Gemeinschaft strahlt eine angenehme Atmosphäre aus und weckt das Gefühl, hier kann ich Ruhe finden und meine Seele, meine Persönlichkeit können sich entwickeln.

Die Tragende Gemeinschaft wurde 1993 als Verein gegründet. Der Verein kaufte 1993 in Schafwinkel zwei zusammenliegende Höfe mit mehreren Nebengebäuden, den Oelfkenhof und den Bunkenhof.

Das Ziel der Mitglieder des Vereins und der Mitarbeiterschaft war und ist es, für erwachsene Frauen und Männer mit geistiger Behinderung einen attraktiven Lebensort zu gestalten und den hier lebenden Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die Basis unserer Arbeit bildet die anthroposophische Geisteswissenschaft von Rudolf Steiner.

Im Laufe der Jahre ist die Tragende Gemeinschaft gewachsen. In diesem Jahr ist ein Umbau eines Dachgeschosses geplant. Nach der Fertigstellung können 47 Menschen in vier Häusern und einer kleinen Wohnung leben. Der Alltag wird durch ein breitgefächertes Angebot und Rituale strukturiert. Die individuelle Hilfeplanung dient einem möglichst hohen Grad an Selbstbestimmung und Selbständigkeit. Die Interessen der Bewohner und Bewohnerinnen vertritt der gewählte Bewohnerbeirat, der regelmäßig zu Leitungskonferenzen eingeladen wird.

 Auf dem parkähnlichen Gelände befinden sich neben den vier Wohnhäusern fünf Werkstätten, in denen die Bewohner und Bewohnerinnen arbeiten. Im Atelier, der Tischlerei, der Weberei, der Papierwerkstatt und der sogenannten „Neuen Werkstatt“ werden ihnen speziell konzipierte Beschäftigungs- und Arbeitsmöglichkeiten angeboten.

 Das charakterisierende der Arbeit in den Werkstätten der Tragenden Gemeinschaft ist, dass die Bewohner und Bewohnerinnen anschaulich nachvollziehen und lernen können, welche einzelnen Arbeitsschritte bei der Herstellung von Produkten erforderlich sind.

 So wird beispielsweise in der Weberei erleb- und begreifbar, was alles notwendig ist, um einen Teppich aus Schafwolle zu produzieren.

 


        Mit dieser Kardiermaschine wird das Vlies für das Spinnen vorbereitet.

Es beginnt mit der Anlieferung der Schurwolle von einem hiesigen Schäfer – gelegentlich wird auch das Scheren der Wolle gezeigt. Danach wird die Wolle gewaschen, getrocknet und gezupft. Es folgt mit den Handkarden die Vorkardierung der Wollfaserflocken sowie anschließend der Einsatz der Kardierwalze, um dadurch ein Vlies zu erhalten, aus dem dann dünne oder dicke Fäden gesponnen werden können.

Vollendet wird der durch viele Hände gehende Produktionsprozess in der Weberei mit der Verarbeitung der Wolle zu Teppichen, Taschen oder auch zu Kleidungsstücken. Eine besondere Freude ist, wenn Besucher interessiert zuhören und zusehen wie der Bewohner, die Bewohnerin die Arbeit am Webstuhl oder dem Spinnrad vorführt und erklärt.

Die Erzeugnisse der Werkstätten erfreuen sich großer Beliebtheit. Zur großen Freude der hier arbeitenden Menschen werden Produkte bestellt und sie lernen die Kunden kennen, für die sie den Teppich, den Steckstuhl oder andere Werkstücke produzieren.

Eine gute Möglichkeit die Palette der Artikel und die Tragende Gemeinschaft kennenzulernen bietet der „Schafwinkler Markt“, der jährlich am Sonntag vorm ersten Advent in der Tragenden Gemeinschaft stattfindet. Gäste sind herzlich willkommen!

Hans Reeb

Einrichtungsleitung Wohnen/ Geschäftsführung


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